Maßtoleranzen / Bautoleranzen

Wir überprüfen Maßtoleranzen, z.B. Ebenheitstoleranzen von Industriefußböden, Tiefgaragen usw.

Ein Auszug aus dem Buch „Sichtbeton-Planung“ von Joachim Schulz:

Nach der DIN 18202, Abs. 6.1 ist das Einhalten von Toleranzen nur zu prüfen, wenn es erforderlich ist. Eventuelle Abweichungen von Bauteilen, die die Funktion oder die Gestaltung nicht beeinflussen, sind kein Anlass von Beanstandungen, nur weil die Genaugkeiten nicht ganz den zulässigen Toleranzen DIN 180202 bzw. 18203 entsprechen. Lediglich bei optischer Beeinträchtigung, wo die Abweichungen sehr auffälig sind oder wenn Passungsfunktion erfüllt werden müssen (z.B. Sichtbeton-Fertigteile), ist eine Prüfung erforderlich. Eine stichprobenartige Prüfung reicht demzufolge aus, und die während bzw. spätestens nach Herstellung eines Gewerkes und nicht erst bei der Abnahme. Eventuelle Beanstandungen und Ausführungsfehler sind der Baufirma sofort mitzuteilen. Die Aufgabe eines Architektenbauleiters ist u.a., den evtl. Fehler im Interesse des Bauherrn sofort zu beanstanden und nicht erst eventuelle Baufehler bei der Abnahme „zu suchen“.

Toleranzen
Toleranzen
Toleranzen
Toleranzen
Toleranzen

Toleranzen im Hochbau: DIN 18 202

DIN 18 202: 2005-10DIN 18 202: 1997-04 (ALT)
„Ebenheitsabweichung“„Ebenheitstoleranz“
„Winkelabweichung“„Winkeltoleranz“
Grenzwerte für Ebenheitsabweichungen Auszug aus der DIN 18202: 2005-10, Tab.3

Spalte

1

2

3

4

5

6

Zeile

Bezug

Stichmaße als Grenzwerte in mm bei Messpunktabständen in m bis

0,1

11)

41)

101)

151)

1

Nichtflächenfertige Oberseiten von Decken, Unterbeton und Unterböden

10

15

20

25

30

2

Nichtflächenfertige Oberseiten von Decken, Unterbeton und Unterböden mit erhöhten Anforderungen, z. B. zur Aufnahme von schwimmenden Estrichen, Industrieböden, Fliesen- und Plattenbelägen, Verbundstrichen Fertige Oberflächen für untergeordnete Zwecke  z. B. in Lagerräumen, Kellern

5

8

12

15

20

3

Flächenfertige Böden, z. B. Estriche als Nutzestriche, Estriche zur Aufnahme von Bodenbelägen Bodenbeläge, Fliesenbeläge, gespachtelte und geklebte Beläge

2

4

10

12

15

4

Flächenfertige Böden mit erhöhten Anforderungen, z. B. mit selbstverlaufenden Spachtelmassen

1

3

9

12

15

5

Nichtflächenfertige Wände und Unterseiten von Rohdecken

5

10

15

25

30

6

Flächenfertige Wände und Unterseiten von Decken, z. B. geputzte Wände, Wandbekleidungen, untergehängte Decken

3

5

10

20

25

7

Wie Zeile 6, jedoch mit erhöhten Anforderungen

2

3

8

15

20

„Eine Ebenheitsabweichung ist eine IST-Abweichung einer Fläche von einer Ebene, angegeben als Stichmaß, bezogen auf einen Messpunktabstand.“
Grenzwerte für Winkelabweichungen Auszug aus der DIN 18202: 2005-10, Tab. 2:

Spalte

1

2

3

4

5

6

7

8

Zeile

Bezug

Stichmaße als Grenzwerte in mm bei Nennmaßen in m

bis 0,5

0,5 bis 1von 1 bis  3über 3 bis   6über 6 bis  15über 15 bis   30

über 30

1

Vertikale, horizontale und geneigte Flächen

3

6

8

12

16

20

30

„Eine Winkelabweichung ist die Differenz zwischen IST- und Nennwinkel, angegeben als Stichmaß, bezogen auf ein Nennmaß.“

„Das Stichmaß ist der Abstand eines Punktes von einer Bezugslinie, als Hilfsmittel zur Ermittlung der Winkel- oder Ebenheitsabweichung“

„Die Maßtoleranz ist die Differenz zwischen Höchstmaß und Mindestmaß“

Die DIN 18202 „Toleranzen im Hochbau“ ist allein verbindlich für die Beurteilung von Niveaudifferenzen für alle Gewerke und setzt voraus, dass eine zweifelsfreie Leistungsbeschreibung zugrunde liegt.

Zweifelsfrei besagt, dass entweder über den Hinweis auf die jeweilige Genauigkeitsklasse – in Form der Zeilenangabe – oder unter Angabe der Nachfolgegewerkeforderung eine eindeutige (VOB/A § 9.1) Aussage bezüglich der geforderten und praktisch ausführbaren Ebenflächigkeit gemacht werden.

Nach der DIN 18202, Abs. 6.1, ist das Einhalten von Toleranzen nur zu prüfen, wenn es erforderlich ist. Eine stichprobenartige Ebenheitsprüfung reicht demzufolge aus.