3. Internationale Sichtbeton-Forum

Das 3. Internationale Sichtbeton-Forum – an der TFH-Berlin – war ein voller Erfolg.

Impressionen

Aussteller auf dem Forum für Sichtbeton
Vortrag beim Sichtbeton Forum
Vortrag beim Sichtbeton Forum
Aussteller auf dem Messe für Sichtbeton
Aussteller auf dem Forum für Sichtbeton

Nachberichterstattung

Das große Interesse am 3. Internationalen Sichtbeton-Forum bestätigt die Qualität dieser Veranstaltung.

Herr Joachim Schulz, der Initiator des Sichtbeton-Forums, begrüßte alle Anwesenden. Er machte deutlich, dass das Leitmotiv und die Idee des Sichtbeton-Forums ein Erfahrungsaustausch zwischen allen Baubeteiligten ist, objektiv und unparteiisch ohne Einfluss von Interessensverbänden.

Auch dieses Mal legte Herr Schulz bei der Programmgestaltung wieder größten Wert auf die Vielseitigkeit der Referate zum Thema Sichtbeton. Warum findet diese Veranstaltung an der Technischen Fachhochschule Berlin statt? „Damit soll auch ein allgemeines Ziel der Hochschule erfüllt werden, nämlich die Gestaltung einer praxisnahen Ausbildung. Praxis und Wissenschaft sollen einander näher gebracht werden und sich gegenseitig unterstützen.“ Worte von Herr Prof. Dr.-Ing. Detlef Liesegang, der auch diesmal die einleitenden Worte, als Vertreter der TFH, an die Anwesenden richtete.

Auch zu diesjähriger Veranstaltung erhielt jeder Teilnehmer vor Beginn der Veranstaltung das „Sichtbeton Handbuch 2007“ dessen Inhalt alle Beiträge zu dieser Veranstaltung ist.

Wie auch bei den bisherigen Tagungen eröffnete Herr Joachim Schulz die Veranstaltung mit einem Redebeitrag. Sein Thema lautete „Sichtbetonabweichungen: Beton-Kosmetik?“. Herr Schulz verdeutlichte anhand diverser Beispiele, dass die „Enttäuschung meist nur die Folge falscher Erwartungen ist.“ Die Ursache von Beanstandungen sind meist fehlende Baukonstruktionskenntnisse. Das heißt während der Planung wurde nicht „VOR-gedacht“, sondern erst bei den Beanstandungen über die Ursache „NACH-gedacht“. Der Architekt muss bei der Ausführungsplanung von Betonfertigteilen u. a. die sogenannten „Füllseiten“ berücksichtigen, außerdem das Schließen von Transportankern usw.. „Betonkosmetik“ sollte erst nach intensivem Abwägen von Vor- und Nachteilen eingesetzt und auch dann sehr gewissenhaft ausgeführt werden.

Herr Peter Riepl, ein Architekt aus Österreich umschreibt Sichtbeton mit dem Titel „Bunte Steine“ und nimmt damit Bezug zu Adalbert Stifter. Er verdeutlichte anhand von Beispielen, dass man historische Bauwerke mit Sichtbeton ergänzen kann und damit, dass Materialunterschiede miteinander gut harmonieren können. Mit einem seiner Beispiele zeigte er, dass Kirchen nicht unbedingt bunte Glasscheiben benötigen, sondern dass große Glaselemente die Farben der Natur, entsprechend der Jahreszeit, abwechslungsreich in das Gebäude übertragen können.

Herr Martin Wochner, Hersteller von Betonfertigteilen, stellte die Vorzüge der Beton-Fertigteile vor. Zum Beispiel kann unabhängig vom Wetter eine gleichmäßige Qualität von Sichtbetonelementen, insbesondere auch hinsichtlich des Farbbildes, gewährleistet werden. Wird Sichtbeton als Ortbeton hergestellt, wird empfohlen diesen nur im Sommer (gleichbleibende Temperatur) herzustellen und die Wintermonate für eine intensive Detailplanung zu nutzen. Diverse Beispiele rundeten das Thema ab.

Frau Dr. Petra Sterner, Rechtsanwältin, machte als an einem Beispiel deutlich, dass eventuelle Fehler bzw. Unvollständigkeiten in einer Ausschreibung nicht erst nach, sondern bereits vor der Auftragserteilung in Form einer „Bedenkenanzeige“ gemeldet werden müssen.

Herr Emanuel Schoop, Architekt aus der Schweiz, stellte seine Entwurfsideen anhand von Skizzen vor: „Sichtbeton= Skulptur – Summe einzelner Teile“ Dabei sind zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze möglich:
„Das Gebäude als skulpturaler Block“ oder „Das Gebäude als Gefüge einzelner Teile“. Diese Thesen unterstrich er mit einigen, von ihm entworfenen und gebauten, Sichtbetonobjekten, u. a. einem Schulhaus, eines Urnenfriedhofes und einem Einfamilienhaus.

Herr Thomas Becht, Mitarbeiter der Firma Foamglas, zeigte am Beispiel „Phaeno Science Center“ dass bei Sichtbeton die erforderliche Wärmedämmung auch auf der Rauminnenseite mittels Schaumglas möglich ist. Er wies daraufhin, dass aufgrund der Energieeinsparung in Gebäuden Mindestanforderungen an den Wärmeschutz gestellt werden. Der Baustoff „Schaumglas“ hat den Vorteil, dass dieser aufgrund seiner Materialstruktur bauphysikalisch dampfdiffusionsdicht ist. Auch hier bedarf es einer vorausschauenden Planung.

Herr Matias Wenzel stellte die Objekte Literaturmuseum der Moderne in Marbach und das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart vor. Auch er wies nochmals darauf hin, dass eine „eindeutige und erschöpfende“ Ausschreibung ein unverzichtbares „MUSS“ ist. Jeder einzelne Arbeitsschritt muss beschrieben und detailiert geplant werden. Auch eventuell erforderliche Nacharbeiten, wie „Betonkosmetik“ müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Hochwertige Sichtbetonobjekte können nur mit einer „Profi“-Mannschaft bewältigt werden. Erfahrung wird vorausgesetzt.

Herr Stefan Wagener, Geschäftsführer der Firma PSS, zeigte an einem Beispiel, das mittels multifunktionaler Lasuren auf Sichtbetonoberflächen eventuell unerwünschte Abweichungen, Wolkenbilder usw. farblich kaschiert werden können. Außerdem dass die Oberfläche hydrophobiert, d. h. niedrig wasserdurchlässig eingestellt werden kann. Vorteil: feuchte- und schmutzabweisend.

Die Teilnehmer hatten auch mehrmals Gelegenheit zum Schmunzeln. So wurden z. B. „Fehler“ als „Variationen“ umschrieben oder „Sichtbeton-Abweichungen“ als „bewusst gewählt Unterschiede“ formuliert.

Am Schluss der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Herrn Reinhold Deisenhofer statt. Alle Referenten stellen sich den Fragen des Publikums bzw. des Moderators. Der gesamte Inhalt der Podiumsdiskussion wird im nächsten Tagungsband 2008 nachzulesen sein.

Parallel zum Sichtbeton-Forum fand eine Sichtbeton-Messe unter der Initiative PRO Sichtbeton (www.Pro-Sichtbeton.de) statt. Die Messe erhält eine immer größeren Zuspruch an Ausstellern, u. a.: Betonhersteller: Cemex, Dämmstoffhersteller: Liapor, Oberflächenmatrix: Reckli, Schalung: Noe Schaltechnik, Westag & Getalit, Oberflächenvergütung: PSS, Betonkosmetik: MC-Bauchemie, Farbpigmente: Harold Scholz, Ankerlöcher: Philipp, Maro, Betomax, Fertigteile: Europoles-Pfleiderer, Fertigteilbau: Iconorm, Fachliteratur: Baufachverlag Vieweg

All diese Firmen gaben den Teilnehmern des Sichtbeton-Forums ausführliche fachliche Informationen. Wann hat man die Chance soviel Sichtbeton-Bewertung an einem Ort anzutreffen?

Für das leibliche Wohl in den Pausen stand wieder das Restaurant  Eiffel zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Sichtbeton-Forum erhalten Sie unter www.sichtbeton-forum.de